WELTKULTURERBE BULGARIEN
Welterbe Bulgarien:
Kirche von Bojana
Felsenrelief des Reiters von Madara
Felskirchen von Ivanovo
Thrakergrab von Kazanlak
Altstadt von Nessebar
Biosphärenreservat Srebarna
Nationalpark Pirin
Kloster Rila
Thrakergrab von SweschtariDer Kirchen- und Klosterbau des 10. bis 13. Jahrhunderts, das thrakische Erbe Bulgariens, ein Nationalpark, in dem Bären, Otter, Uhu und Steinadler zuhause sind, sowie ein Biosphärenreservat, das ein wichtiges europäisches Vogelbrutgebiet ist, machen das Welterbe Bulgariens aus.
Kirche von Bojana (Sofia)
Am Rande der bulgarischen Hauptstadt stößt man auf einen Sakralbau, der wegen seiner mittelalterlichen Freskenmalereien ein wichtiges Zeugnis der altbulgarischen Kunstgeschichte ist. In der Kirche des hl. Nikolaus und des hl. Panteleimon finden sich neben religiösen Szenen wie die in der byzantinischen Wandmalerei seltene Darstellung „Christus im Gespräch mit den Schriftgelehrten im Tempel“ auch das Abbild des Zaren Konstantin Assen und der Zarin Irina (1257-1277) sowie des Mönches Euphrem. Die Ausmalung des Gotteshauses fand im Wesentlichen 1259 unter der Regentschaft des Zaren Konstantin Assen und des Statthalters Sebastokrator Kalojan statt.
Felsenrelief des Reiters von Madara
Auf die Zeit des frühen Mittelalters verweist diese „Ikone der Geschichte Bulgariens“, eine Reiterfigur in einer steilen Felswand, beinahe drei Meter hoch und aus dem Gestein herausgemeißelt. Dabei handelt es sich vermutlich um den Herrscher Khan Tervel (reg. 701-718). Dieses unterdessen etwas verwitterte Reiterbild gilt im Übrigen als das älteste überlieferte Zeugnis der Geschichte des Ersten Bulgarischen Reiches, das im ausgehenden 7. Jahrhundert gegründet wurde.
Felskirchen von Ivanovo
Zu den höhlenartigen Sakralbauten Ivanovos, in das Steilufer eines Flusses gegraben, gehören Kapellen, Kirchen und Mönchszellen. Namentlich zu erwähnen sind die Kirche Johannes des Täufers (Zarkvata), die in der Zeit der Regentschaft Ivan Assen II. (1218-1241) erbaut wurde, und die Höhlenkirche Tal des Herren (Gospodev). Besonders hinzuweisen ist auf die mittelalterlichen, zur berühmten Schule von Tarnovo zählenden Fresken mit der Darstellung des Lebens des hl. Gerassim sowie mit antiken Motiven, u. a. nackte Karyatiden, auf Löwenleibern fußenden Säulen und Masken.
Thrakergrab von Kazanlak
An die hellenistische Zeit erinnert dieses 1944 entdeckte thrakischen Kuppelgrab, das wohl auf das 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung zurückgeht. Es besteht aus einer Totenkammer mit einer Höhe von maximal 3,25 Metern und einem Durchmesser von 2,65 Metern, einem zwei Meter langen und 1,2 Meter breiten Gang (dromos) sowie einem Vorraum. Die in der Grablege vorgefundene meisterlich gefertigte Freskenmalerei dient als wertvoller Hinweis auf die Lebensweise und Bewaffnung der Thraker. Zu sehen ist u.a. ein aufwändig gestalteter Rundfries mit drei Streitwagen.
Altstadt von Nessebar
Dieses Flächendenkmal umfasst einen Zeitraum von der hellenistischen Zeit über mittelalterliche Architektur bis hin zur Wohnarchitektur des 18. Und 19. Jahrhunderts. Man findet unter anderem 40 Sakralbauten, die teilweise nur noch als Ruinen erhalten sind, darunter die Neue Metropolitenkirche des hl. Stephan, die Kirche des hl. Johannes des Täufers (Ende 9. Jh.), die des hl. Todor, die der hl. Paraskeva, des hl. Johannes Aliturgetos und des hl. Erzengels Michael. Die Vielzahl der Kirchen verwundert nicht, war doch Nessebar bereits im 7. Jahrhundert Bischofssitz. Ins Auge springen aber auch die Altstadthäuser mit herauskragenden holzverkleideten Erkern und breiten Dachgesimsen.
Biosphärenreservat Srebarna
Im Niederungsgebiet der Donau erstreckt sich dieses zu Zweidrittel mit Ried bedeckte Naturschutzgebiet, zu dem ein sechs Quadratkilometer großer, mit der Donau verbundener Süßwassersee gehört. Srebarna gilt als ein wichtiges europäisches Brutrevier teilweise gefährdeter Vogelarten und ist zudem ein bedeutendes Winterquartier von 80 Zugvogelarten. Zu den gefiederten Gästen zählen Krauskopfpelikane, deren Bestand allerdings als stark gefährdet anzusehen ist. Einzig und allein hier brüten in Bulgarien wenige Paare des Silberreihers. Der Braune Sichler nistet in Srebarna ebenso wie einige wenige Löfflerpaare. Im Winter beziehen Blaukehlchen und Rothalsgänse in Donaunähe ihr Quartier.
Nationalpark Pirin
In den 1960er Jahren wurde im nördlichen Teil des Pirin-Gebirges ein Nationalpark ausgewiesen, dessen Flächenzuweisung stetig wuchs, so dass nunmehr 400 Quadratkilometer der aus Granit, Schiefer und Kalkstein bestehenden Gebirgslandschaft unter Schutz stehen. Insbesondere die Kalksteinlandschaft des Nationalparks weist eine sehr reiche Flora auf. Rumelische Kiefern gedeihen hier neben Österreichischen Schwarzkiefern, Föhren neben Gemeinen Fichten. Weißtannen und Rotbuchen sind ebenfalls keine Seltenheit. In den subalpinen Zonen stößt man auf Sibirischen Wacholder und oberhalb von 2000 Metern breiten sich alpine Matten aus. Braunbären, Grauwölfe, Dachse sowie Wildkatzen, die sonst in Europa eher selten und zumeist nicht gerne gesehen sind, haben im Nationalpark ihre Reviere abgegrenzt. Steinadler kreisen auf Beutezug in den Lüften. Nicht zu überhören ist das Hacken der Schwarz- und Dreizehenspechte.
Kloster Rila
Im Kern geht die vor den Toren Sofias gelegene Klosteranlage auf das 10. Jahrhundert zurück, wenn auch die heutige Architektur ein Kind des 19. Jahrhunderts ist, als eine Dreiflügelanlage erbaut wurde. Besonders sehenswert sind die wertvollen Wandmalereien mit Aposteln, Märtyrern und floralen Dekors in der hl. Gottesmutterkirche, die man auf die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts datiert. Wie auch in anderen Klöstern, man denke an St. Gallen, verfügt das Kloster Rila über einen wertvollen Bestand von 16000 Büchern und 134 Handschriften aus dem 15. bis 19. Jahrhundert. Das Kloster gilt als das Vermächtnis des hl. Iwan Rilski (876-946), der hier zunächst eine Einsiedelei gründete, und ist zugleich ein Symbol slawischer Identität. Die Gebeine des „Vaters des Kloster Rila“ ruhen seit 1469 hinter den Klostermauern.
Thrakergrab von Sweschtari
1982 wurde die Grabstätte aus dem 3. vorchristlichen Jahrhundert entdeckt. Beeindruckend ist ihre Ausgestaltung mit einem Fries aus 10 Frauengestalten, die mit erhobenen Händen einen verzierten Steinfries tragen.
Ferdinand Dupuis-Panther
Welterbe Bulgarien im Detail:
Kirche von Bojana (Sofia) (K/1979)
Felsenrelief des Reiters von Madara (K/1979)
Felskirchen von Ivanovo (K/1979)
Thrakergrab von Kazanlak (K/1979)
Altstadt von Nessebar (K/1983)
Biosphärenreservat Srebarna (N/1983)
Nationalpark Pirin (N/1983)
Kloster Rila (K/1983)
Thrakergrab von Sweschtari (K/198
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